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Flughafensterne

Wenn über dem Frankfurter Flughafen die Abenddämmerung hereinbricht gehen noch während der Westhimmel reichlich Sonnenlicht abstahlt am Boden und am Himmel über dem Airport die Lichter an. Start- und Landebahnen und deren Zufahrtswege sind in verschiedenen Farben illuminiert. Die Vorfelder, die angrenzenden Terminals, Hallen und Frachtgebäude werden durch hellste Scheinwerfer von allen Seiten ausgeleuchtet.

Den besten Blick auf dieses künstliche Lichterschauspiel haben natürlich die Fluglotsen vom Tower, der etwa südlich der Mitte der beiden Landebahnen steht. Von dort aus nach Nordosten gesehen ragt die Frankfurter Skyline hinter dem Terminal 2 hervor. Das Terminal und das Vorfeld mit seiner Beleuchtung umrahmen die Skyline wie ein weihnachtlich geschmückter Gartenzaun.

Bei der am 15. November 2006 geherrscht habenden Südwindwetterlage landen die Flugzeuge von Osten auf den beiden parallel verlaufenden Landebahnen. Noch bei Sonnenuntergang treten sie kaum in Erscheinung, auch wenn die Landescheinwerfer bereits eingeschaltet sind. Im Laufe der Dämmerung werden sie sichtbar, die Flughafensterne. Bis zu 9 scheinen gleichzeitig aus östlicher Richtung. Nur bei genauem Hinsehen sieht man, dass sie sich bewegen, denn sie fliegen direkt auf den Flughafen zu, die Flugzeuge deren Landescheinwerfer nun den Eindruck vermitteln, als ob Sterne auf die Erde niedergehen.

Da sie ständig näher kommen werden sie im Laufe der Zeit auch heller. Doch auch das fällt kaum auf. Nur wenn man eine Weile nicht hingesehen hat sieht man, dass sich etwas verändert hat. Ein anderes "Sternbild" steht am Osthimmel. Genug Anlass für ein fotografisches Experiment!

Bei bis zu etwa einer Sekunde Belichtungszeit und offener Blende zeigt das Bild der landenden Flugzeuge den visuellen Eindruck des Beobachters. Bei 30 Sekunden Belichtungszeit und weiter geschlossener Blende verlaufen die Flughafensterne zu kleinen Strichspuren, während die Scheinwerfer am Boden auf dem Foto sternförmige Konturen angeommen haben. Bei mehreren Minuten Belichtungszeit werden die Einflugschneisen der beiden Landebahnen eindrucksvoll sichbar. Auch der Punkt, ab dem die Flugzeuge dem Funkstrahlen des Instumentenlandesystems folgen wird erkennbar. Bis etwa 20 Kilometer Entfernung verlaufen die Streifen unregelmäßig. Der Endanflug ist dann meist so exakt als ob die Spuren mit dem Lineal gezogen wären.

Flughafensterne 1

Flughafensterne 2

Flughafensterne 2

Flughafensterne

Bei länger werdender Belichtungszeit und kleinerer Blende werden die Landescheinwerfer der Flugzeuge, die am frühen Abend des 15. November 2006 den Frankfurter Flughafen anfliegen zu Stichspuren, die die Einflugschneisen sichbar werden lassen. Die Scheinwerfer am Boden nehmen durch die geschlossene Blende eine Sternenform an. Aufgenommen von der Plattform des Towers am Frankfurter Flughafen, mit einer Canon EOS500N mit Canon Telezoom 75-300 mm und UV-Filter, belichtet auf Fuji400 Negativfilm.

Nach der Dämmerung, wenn das Licht der Sonne ganz verschwunden ist bleibt es hell auf dem Frankfurter Flughafen. Von den echten Sternen sind nur die hellsten sichtbar, obwohl die Luft sehr klar ist und wenig streut. Der künstliche Lichtgigant überstrahlt sie einfach. Auf der Weitwinkelaufnahme ist der Stern Capella als schwache Strichspur im oberen Bilddrittel rechts neben der Skyline erkennbar. Die Skyline im Bild links unten setzt dem Lichtgiganten eine leuchtende Krone auf deren Schein weit in den Himmel hinein ragt.

Lichtgigant

Lichtgigant

Diese Weitwinkelaufnahme zeigt links die Vorfelder vor dem Terminal 2, davor die beiden Landebahnen und dahinter die leuchtenden Türme der Frankfurter Skyline. Die Einflugschneisen werden durch die Strichspuren der landenden Flugzeuge eindrucksvoll sichtbar. Rechts am Horizont ein paar Lichter aus Neu-Isenburg. Aufgenommen am 15. November 2006 von der Plattform des Towers am Frankfurter Flughafen, mit einer Canon EOS500N mit Canon Weitwinkelzoom 24-85 mm, belichtet auf Fuji400 Negativfilm.